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Kreatives Feld Schulklasse, Stummfilmproduktion

Film und neue Medien sind Bereiche auf die ich schon lange abfahre und die Jugendlichen natürlich auch. Dabei arbeite ich gerne mit außerschulischen Medienexperten zusammen. Unser erstes großes Projekt wurde mit dem genialen Filmemacher und Schauspieler Axel Ranisch www.axelranisch.de produziert. Franca Potente und Max Urlacher kamen zu unserer Filmpremiere mit Lifemusik in die Schule und führten anschließend ein Fachgespräch mit den SchülerInnen.

Mit unserem wunderbaren Projekt kamen wir bei dem Wettbewerb Kinder zum Olymp in die Endausscheidung, hier ihr unser Praxisbeispiel

http://www.wettbewerb-kulturstiftung.de/show_project_short_neu.aspx?ID=1981

 

Die Angst keine Luft zu bekommen

Ab und zu habe ich Asthma und benutze dann vor der Schule ein Spray. Heute im Kunstunterricht hatte ich am Anfang sehr gut Luft bekommen, doch dann ist irgendetwas geschehen und ich hab gemerkt, dass ich nicht ausreichend Sauerstoff bekommen habe. Ich bin sofort an das Fenster an die frische Luft gegangen und habe versucht langsam ein und aus zu atmen, was mir aber sehr schwer fiel. Dann kam meine Lehrerin und ist mit mir aus der Klasse gegangen und hat mir eine sehr schöne Geschichte über eine Pflanze, die dort stand, erzählt und so versucht mich abzulenken von der Angst keine Luft zu bekommen. In der Geschichte ging es darum, dass eine Pflanze vor einer Weile fast am Absterben war. Dann bekam sie einen ruhigen Platz und regelmäßig Wasser. Nachdem man sie gegossen hat bildete sich wieder ein neues Blatt und es rollte sich immer mehr auf, die Pflanze ging immer schöner und schöner auf, genau wie bei der Lunge. Bei ihr habe ich am Anfang auch so das Gefühl als ob es immer enger und enger würde und, wenn man sich ablenkt, dann öffnet sie sich wieder. Als ich diese Geschichte gehört habe habe ich gemerkt, dass ich eine Erleichterung bekam, weil ich mich genau in der Sache hinein gefühlt habe und es mir genau so vorgestellt habe während meine Lehrerin es mir erzählt hat. Wenn die Angst wiederkommt versuche ich mir jetzt die Pflanze vorzustellen und öffne meine Hände wie ein Blatt.

Clara, 15 Jahre

Schaut sie euch an, die schöne Monstera

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Aus der Schreibwerkstatt: Der Chip

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echt abgeFAHRENer Deutschunterricht

https://flinc.org

Flinc haben kürzlich meine Schüler, in einem Lesetext über Mobilität 2030, entdeckt. Das war die abgefahrenste Deutschstunde seit langem, mit direktem Nutzen, sie haben sich über ihre Smartphones eine Mitfahrgelegenheit für nachhause organisiert.

Vera 8 und die Rosinenbrötchen

Im Februar nehmen die Jugendlichen aus Berlin/Brandenburg an einer Lernstandserhebung für den 8. Jahrgang teil: Vera 8 http://www.isq-bb.de/Jahrgangsstufe-8.30.0.html

An unserer Gemeinschaftschule in Berlin Mitte arbeiten wir in sehr heterogenen Klassen. Erfahrungswerte und frühere Erhebungen haben uns gezeigt, dass die SchülerInnen auf dem Niveau der 2. Klasse bis zu 8. Klasse sein können, wenn sie neu an unsere Schule kommen: Einige mit dem Status schwerst mehrfachbehindert, andere nehmen Ritalin, einige sind ausgezeichnete KünstlerInnen, dafür aber in Mathematik nicht so gut. Mit ihrem Kiezdeutsch kommunizieren sie auf dem Schulhof und im Fachunterricht. Sie sind Experten in den neuen Medien, entwerfen Computerkurse für Senioren, arbeiten zielstrebig an eigenen Projekten mache fallen sogar durch ihre Leistungsmotivation auf, vor allem, wenn man sie darin begleitet, dass sie machen können was sie wollen. http://slowlearning.wordpress.com/2011/05/13/wir-machen-was-wir-wollen Vera 8 ist nicht unbedingt ihre Welt.

Unser Bildungsauftrag ist es, im täglichen Spagat, die vorhandenen  Potentiale zur Entfaltung zu bringen. Damit diese Teig aufgeht, wecke ich den Hunger aufs Lernen.

Morgens vor der Schule kaufte ich 6 Rosinenbrötchen und stellte sie in Viertel aufgeschnitten auf die Tische. Um 8.00 Uhr hat von den Jugendlichen kaum jemand gefrühstückt. “ Bedient euch“, lud ich sie ein.

Und sie entdeckten die Rosinen im Teig. Einen unserer guten Zeichner bat ich ein Tafelbild mit dem Umriß eines Rosinenbrötchens zu machen. Gut genährt unterhielten wir uns darüber was es bedeutet, wenn man sich „nur“ die Rosinen aus dem Teig heraussucht.

„Und genau das machen wir jetzt mit den Aufgaben die ihr bei Vera 8 gelöst habt“, sagte ich zu Ihnen. “ Erinnert euch daran was ihr im ersten Teil alles gewusst habt. Ich habe zu diesem Teil 11 „Rosinen“ gefunden.“ Parallel füllte ich die Zeichnung mit 11 roten Magneten. Schreibt eure Lösungsrosinen dazu.“

Heiße Diskussionen entstanden und das Tafelbrötchen füllte sich mit Wissen und Lösungen. Alle wurden fündig!

An der Pinnwand unseres Lernbüros hatte ich die Auswertung der Klassenergebnisse aufgehängt und alle richtigen Lösungen grün markiert. Nun könnte  die Schüler anhand ihrer Zugangsnummer nachschauen wieviele              “ Rosinen“ sie persönlich gefunden hatten. KeineR wurde als NichtkönnerIn geoutet. Alle waren mehr oder weniger im grünen Bereich.

Wir lassen uns das Lernen auch weiterhin schmecken!

Lehrerin an Staatsschule praktiziert dort partizipatory leadership und co-working space

http://www.youtube.com/user/educamptv#p/u/14/ShtUSf7nCkw

Breakdance für Europa, Lernblockaden wegtanzen

Früh am Morgen, individualisiertes Lernen: S. hat hat seine Arme verschänkt und liegt über seinem Geografiearbeitsblatt. Er sagt, dass er Kopfweh habe und nicht denken könne. Die Aufgabe an der er gerade gescheitert ist besteht darin die Umrisse einzelner Länder einer Europakarte zuordnen und ihre Namen in eine Tabelle eintragen.

Ich setzte mich zu ihm damit wir gemeinsam Zugang zu seinem Können finden. “ S., du bist doch Breakdancer und hast einen Blick für Choreografie und einzelne Figuren“, sage ich zu ihm. Wir schauen uns die Länder, die wie Puzzleteile vor uns liegen mit dieser Wahrnehmung an. Ein Land sieht wie ein gekrätschtes Bein aus. Italien ist gefunden und steht in der Liste. Nach fünf Minuten ist die Aufgabe gelöst. Samet schaut mich an und meint: „Ich hab‘ vorher  nicht an Breakdance gedacht.

Ich versuche in meinem Unterricht Wissen über Strukturen, Muster und Strategien zu vermitteln und den Transfer auf andere Kontexte einzuüben. So wird immer wieder das Licht zum Wissen angeschaltet und das „ich kann nicht, ich versteh nix “ verschwindet.

Hilfreich ist für mich  die Beschäftigung mit Mustersprachen, entwickelt von dem Architekten Christoper Alexander. Er fuhr in den 70 ziger Jahren durch die Welt auf der Suche nach Mustern für lebendige Orte und hat diese in einem Fotoband dokumentiert. Ich wurde auf ihn aufmerksam durch einen Workshop des Instituts für Partizipatives Gestalten  http://www.partizipativ-gestalten.de/   Jascha Rohr hat uns darin gezeigt, wie man diesen Ansatz für Bildungssysteme modifizieren kann. AB PLES Bildungsmustersprache                                              Auf meiner Bildungsreise im Sabbatical hat mich die Frage geleitet, welche Strukturen und Muster  hilfreich sind, damit an einem Ort die Vielfalt eingeladen wird sich zu zeigen. In Bowen Island saß ich mit Menschen am Strand die an der folgenden Homepage mitwirken http://grouppatternlanguage.org

Euch viel Vergnügen bei der eigenen Lern- und Entdeckungsreise.