Tja, ich weiß nicht, das Gehirn scheint leer zu sein….

aber nicht meine Feder!

Diese Zeichnung fand ich heute unter einer nicht gelösten Aufgabe in einer Klassenarbeit. Sie spricht für sich und ist großartig! An der Deutschnote muss noch etwas gearbeitet werden.

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Parallelwelten im Klassenzimmer

Während wir lehren existieren Parallelwelten im Klassenraum. Einige visualisieren sich auf den Schultischen. Eine Papierrolle bringt diese pubertäre Traumwelt ans Licht. Potentialentfaltung der anderen Art.

  •   Was Omar auf den Tisch-ent-deckungslandschaften gefunden hat:
  • Eine Zeichnung von einem Auto
  • Ein kräftiger Stinkefinger           
  • Ein begrippelter Mensch            
  • Ein geschlossenes Herz              
  • Bock of Ra Novoline, ein Spielautomat 
  • Eine Zeichnung von Spongebob, Schwammkopf
  • Ein Spruch von der Liebe           
  • Eine Anime Figur                         
  • Mein Kurs Name                           
  • und alles hat seine Zeit, auch diese Tischlandschaften 

Stell dir vor es ist Schule und alle wollen hin

Ende November gibt es an unserer Schule eine Galerie an der alle zeigen was sie können. Dieses Jahr hat sie das Thema „Traumwelten“

Ein Beitrag dazu:

Wir fangen an einen Traum war zu machen: Jugendliche und Erwachsene machen in der Schule was sie wollen!

Zunächst klären wir gemeinsam zu Beginn eines Kurses die Aufträge des Rahmenplans, des schulinternen Curriculums, des Schuljahres.

MUST BE:     Nun wissen wir was wir sollen!

Diese Informationen bringen wir dann zusammen mit unseren Erwartungen zu den Lernbereichen und den eigenen Aufträge an das Unterrichtsfach und an die LehrerInnen, denn die gibt es auch unter uns, so entsteht Peer Education oder Teach your Teacher. Dazu klären wir wer ExpertIn in welchem Gebiet ist, wer LernerIn und wer von wem was lernen will. Denn wir brauchen nicht alle das gleiche Futter für’s Hirn.

CAN BE:     Nun wissen wir was wir können!

Deshalb schätzen wir die Qualität unserer Arbeit auch selbst ein, die LehrerIn hat ein Vetorecht und wir entwickeln Sinn für Selbstwert. Zusammen überlegen wir welche Arbeitsphasen und Projekte daraus entstehen. Jede Stunde beginnt mit dem Check-In: ich arbeite heute an….. Wir wollen heute ….. machen. Einige von uns arbeiten sogar freiwillig zuhause oder gehen in den Ferien zu Terminen, dafür gibt es dann eine EVA – Note, für eigenverantwortliches Arbeiten.

SELFORGANIZED:    Nun wissen wir was wir wollen!

Und dann geht’s los! Am Ende der Stunde wird geerntet was wir gemacht haben und an der Tafel präsentiert. Kommt doch mal bei uns vorbei:

Wo? 1. Gemeinschaftsschule Mitte, Standort Moses Mendelssohn Schule R 335  im „mehrsprachigen Klassenzimmer“, einem Ort für Ideen und Taten.

Wann? In (Unterricht)stunden bei Frau Graf: Deutsch 8.1 u. 9.3, Bildnerische Erziehung 10.3, Ethik 8.2 , WP Kunst u. Medien 7-10, Individualisiertes Lernen 8.1, Ethik 8.2, Duales Lernen 8.2, GesamtschülerInnenvertretung. Schuljahr 2010/11

Die nächste Fortbildung zu diesem Thema findet auf dem Educamp Bielefeld am 18.11. 2011 statt.

ich, du, wir sind wertvoll…….. eine ethikstunde

zu meiner eigenen überraschung bin ich seit kurzem ethiklehrerin. heute war die erste unterrichtsstunde. 25 halbwegs erwartungsvolle jugendliche aus dem 8. schulbesuchsjahr, ihr klassenlehrer und eine praktikantin von der Uni schauten mich an:

meine bausteine:

Einzelarbeit                                               Gruppenarbeit, pro Person 2,5 Min.

Die meisten wählten die Familie, weil sie ihnen Liebe, Sicherheit, Nahrung gibt

Kreis, Gruppenbildung-Aufstellung nach Themen, Begründung

Einzelarbeit

Mindmap, peereducation, Schülerin als Lehrerin findet mit den anderen Jugendlichen Zuordnungen, Oberbegriffe

Mein Leben ist das Wertvollste… das Leben ist ….. Unterschiedsbildung und eine neue Frage:

Harvesting…

ein Schüler zeigt mit stolz sein Produkt.

und nach der Pause liegt das blanke Gold auf dem Tisch!

und ein Goldrausch entsteht,

denn diese Sterne kann man sich verdienen …….

Lobe eine andere Person oder eine Gruppe im Raum, wenn diese sich gelobt fühlen ist der Stern dir…

  aus ‚we are what we do‘,

kleine Aktionen die die Welt verändern.

Goldsterne fliegen durch die Luft und setzen sich überall hin

man muss sie nur herbeiloben !

Zum Finale gehen die Jugendlichen früher nach Hause, in Tandems oder Kleingruppen, mit einem Ausgangszettel und einem Auftrag…..

Schreibe 10 gute Dinge auf, die du unterwegs entdeckst.

10 x 25 … 250 gute Dinge… junge Changemaker unterwegs!

rot, gelb, grün …… go: ein visuelles Leitsystem

Alle kennen die Ampel und wissen wozu sie da ist.

Viele finden dieses Leitsystem hilfreich und halten sich an deren Regeln.

Andere spielen damit.   

Ich strukturiere mit diesem Vorwissen  Lehr- und Lernprozesse.

1. Im Lernraum die  Auftragslage klären

   Besucher: Es hat mich jemand hierher geschickt!

 Kläger: Wegen euch muss ich hier sein!

Kunde: Ich bin hier weil ich …. lernen will!

Lernort Toilette: Schülerinnen da abholen wo sie gerne sind.

„Schön sein, das wollten sie, die Mädchen aus dem 7. Jahrgang. Einige kamen mit gefüllten beautycases zum Unterricht, aber ohne Stifte, Radiergummi oder sonstiges Arbeitsmaterial. Am Ende der Stunden rannten sie aus der Klasse in Richtung Mädchentoilette um sich „zurecht zu machen“ für die Pause. Und darin waren sie wirklich Expertinnen: Glitzernd betraten sie den Schulhof und erhielten die Bewunderung die ihnen zustand. In Sache `Lernen` waren sie nur Besucherinnen unsere Schule.

Zusammen mit der italienischen Künstlerin Franca Sferlazza begannen wir ein Toilettenprojekt und gestalteten diese zu einem wunderschönen „Boudoir für Damen“, mit vergoldeten Spiegeln und guter Beleuchtung, sowie Wandmalereien und auf Kacheln gemalten arabischen Mustern. Sie lernten: Bücher zu studieren, Entwürfe zu machen, Modelle zu bauen, Kostenvoranschläge zu erstellen, Einkaufsplanung, Budgetverwaltung und Moderationstechniken um die Mitschülerinnen zu überzeugen, dass diese ihre Kunstwerke nicht wieder zerstörten. Im Rahmen unseres Projektes zur Gewaltprävention gewannen sie einen Preis für den besten Entwurf, vor allem aber Selbstvertrauen bei einem persönlich bedeutsamen Projekt. Kundig machen wollten sie sich nur, wenn es um ihre Schönheit und deren Wirkung auf Jungs ging.“ (vgl. Die „Auftragslage“ im „Unternehmen“ Schulklasse – Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer im Dialog, Gertrud Graf (2008)in Horstkemper, Ludwig, Schubarth (Hg.), Bildungs- und Erziehungskontrakte als Instrumente von Schulentwicklung, Expertise, Bildungsforschung Band 21, Bonn, Berlin )

2. Das Ampelmännchen als visuelles Leitsystem im Lernraum

3. Die Ampel als Bewertungssystem für das Korrekturbüro

Im Korrekturbüro bearbeiten Jugendliche, die sich selbst als ExpertInnen für einen Bereich sehen, alle Texte die zur Benotung freigegeben wurden. Sie bewerten entsprechend ihrer Einschätzung und ich als Lehrerin habe ein Vetorecht.

4. Spam im Kunstunterricht

  Auch im Kunstunterricht haben wir eine Vorzensur. Produkte die in die „Spamkiste“ sortiert werden sind außerhalb der Wertung. Nur die Bilder in der grünen Kiste erhalten eine Note.

1000 Teenies, wir sind beim Fotoshooting dabei

Am Mittwoch kamen drei Fotografinnen von Kulturgymnastik http://www.kulturgymnastik.de/ zu uns in den Kunst und Medienkurs.

15 Mädchen in heller Aufregung und bereit zum Fotoshooting, einige hinter der Kamera, andere davor.

http://www.tausendteenies.de/aktuell.html

sie sind wunderschön

Schwarm- u. Systemintelligenz wecken

Wie kann ich für Jugendliche im Unterricht visualisieren, dass jede Aktion im Unterrichtsgeschehen  auf alle Auswirkungen hat?

Im Deutschunterricht war geklärt worden, was die einzelnen Personen die am Unterrichtsprozess beteiligt sind brauchen, damit sie gut lernen und lehren können. Der Transfer auf den Brandbrief einer Lehrergruppe und eigene Anliegen von SchülerInnen war hergestellt. Eine Kultur der Mitarbeit begann sichtbar zu werden. Die dabei entstandene wechselseitige Verbundenheit wollte ich visualisieren.

   Ein Schülerkommentar zu dem Titelbild mit Fisch: „Vielleicht unterscheiden sie gar nicht zwischen ich und wir? Gespräche über Führungsstile entstanden. Sie brachten die Info ein, dass im Vogelschwarm der Wildgänze  sich die Zugvögel in der Führung abwechseln um die lange Strecke zu schaffen. Eine Schülerin kannte die Abbildung mit der Weltkarte der Verteilung der Facebook User.

Wir begannen unsere eigene Kommunikationswege  während der bisherigen Unterrichtsphase zu betrachten. Abbildungen mit Magneten entwickelten sich.

  ein Schüler erzeugt dieses Tafelbild und interpretiert es: „Die roten Knöpfe sind die Jugendlichen, sie sind mit im Kreis (grüner Knopf) und wechslen ständig die Position. Der zweite grüne Knopf ist die Klassenlehrerin, die manchmal einzelnen Schülern hilft falls diese sie rufen. Der Knopf außerhalb des Kreises ist die Studentin der FU.“ Diese macht ein vierwöchiges Praktikum mit der Aufgabe zu beobachten ob und wann die Lehrerin Jugendliche lobt oder tadelt.

Daraufhin stellt sie ihre bisherigen Ergebnisse vor.

  das Bild verändert sich und ein Schüler möchte die gleiche Beobachtungsaufgabe übernehmen. Am Ende der Stunde werten wir aus, ihre Ergebnisse sind sehr ähnlich.

Beteiligung bei der Gestaltung von Lernlandschaften wurde erfahrbar gemacht und, dass die Qualität unserer Zusammenarbeit von allen abhängig ist.